Ob Firmenname, Logo, Produktbezeichnung oder Domainname – für viele Unternehmen sind Namen und Kennzeichen das wichtigste Identifikationsmerkmal.
Mit Hilfe des Marken- und Kennzeichnungsrechts können Sie diese Zeichen schützen und verhindern, dass Dritte Ihre Identität oder Reputation nutzen.
Das Recht schützt nicht nur eingetragene Marken — auch Unternehmenskennzeichen oder nicht registrierte Zeichen können Schutz genießen, wenn sie als Kennzeichen verwendet werden.
Wichtige Aspekte des Marken- und Kennzeichnungsrechts
- Markenrecht: Registrierte Marken (Wortmarke, Bild-/Logo-Marke, Wort-Bild-Marke etc.), Schutzumfang, Anmeldung, Recherche, Eintragung.
- Kennzeichenrecht: Unternehmens- und Firmennamen, Handelsnamen, Firmenschilder, Logos — auch ohne formelle Markenanmeldung kann unter bestimmten Voraussetzungen Schutz bestehen.
- Schutz vor Verwechslungsgefahr, Nachahmung und Rechtsausnutzung.
- Möglichkeit, Unterlassung, Schadensersatz und Vernichtung bei Kennzeichenmissbrauch zu verlangen.
Praktisches Beispiel: Der kleine Bauernhof und der Markenhändler
Stellen wir uns vor:
Der Familienbetrieb „Hofgut Grüne Erde“ produziert Bio-Milch, Käse und Marmeladen. Seit mehreren Jahrzehnten verkauft er seine Produkte unter diesem Namen und mit einem charakteristischen Logo (grünes Blatt + Schriftzug „Grüne Erde“).
Der Konflikt
Ein großer Händler meldet kurz darauf den Namen „Grüne Erde“ als Marke für Lebensmittel an – mit professionellem Verpackungsdesign und großer Reichweite. Der Händler plant, Produkte europaweit zu vertreiben.
Warum das problematisch ist
- Kunden könnten verwechseln, ob Produkte vom traditionellen Hofgut oder vom Händler stammen.
- Der Hof könnte seine langjährige Marktpräsenz verlieren.
- Der Händler würde vom Ruf und der Stammkundschaft des Hofes profitieren — ohne eigene Leistung.
Wie das Kennzeichenrecht dem Hof helfen kann
Obwohl der Hof bisher nicht registriert war, kann er auf Basis des Kennzeichenrechts argumentieren:
- Der Name „Hofgut Grüne Erde“ ist als Unternehmenskennzeichen etabliert und über lange Zeit benutzt.
- Es besteht Verwechslungsgefahr, da der Markenanmelder denselben Namen und ähnliche Produkte verwendet.
- Der Hof kann Unterlassung, Schadensersatz und ggf. Vernichtung der Waren verlangen.
Mit einer rechtssicheren Argumentation kann der Hof sein Recht durchsetzen — sogar ohne formelle Marken-Eintragung.
Warum rechtlicher Schutz sinnvoll ist – frühzeitig
- Schutz vor unerwünschter Markenanmeldung durch Dritte
- Sicherung von Marke, Reputation und Stammkundschaft
- Vermeidung von Abmahnungen, Nachahmungen, Verwechslungen
- Recht auf Unterlassung und Schadensersatz im Falle von Rechtsverletzungen
Eine frühzeitige Markenanmeldung stärkt Ihre Rechte – doch auch ohne Eintragung ist Kennzeichenschutz möglich, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Empfehlung für Unternehmen und Betriebe
- Prüfen Sie frühzeitig: Name, Logo, Signet — schutzwürdig und unterscheidungskräftig?
- Führen Sie eine Marken- und Kennzeichenrecherche durch (national, EU-weit, international).
- Bei Unsicherheiten: Anwaltliche Beratung einholen – gerade bei Familienbetrieben, Land- & Wirtschaftsunternehmen oder Handwerksbetrieben.
- Dokumentieren Sie laufend: Gebäude, Produktverpackungen, Kundenanschreiben, Werbung — wichtig für spätere Beweissicherung.
- Setzen Sie Ihre Rechte durch: Bei Identitäts- oder Kennzeichenkonflikten — lieber früh reagieren.
Marken- und Kennzeichnungsrecht schützt nicht nur große Firmen — es gilt auch für kleine Betriebe, Familienunternehmen, Handwerksbetriebe oder regionale Produzenten.

